Ratgeber Abnehmen: Braunes Körperfett

Erfahre alles darüber, wie du mit Hilfe deines eigenen Körperfetts abnehmen kannst.

Alle Säugetiere, also auch der Mensch haben einen gewissen Prozentsatz an Körperfett. Das Körperfett hat eine wichtige Bedeutung: Es ist das Energiedepot von dem wir lange zehren können wenn die Nahrung gar nicht mehr oder unregelmäßig kommt.

Der Körper kann dann auf das eingelagerte Fett zurückgreifen und alle wichtigen Lebensfunktionen noch relativ lange aufrecht erhalten.

Heutzutage leben wir in einer Wohlstandsgesellschaft und der Trend geht leider dahin, dass wir alle zu viel Körperfett haben. Wir tragen viel mehr eingelagertes Körperfett mit uns herum, als wir auf absehbare Zeit benötigen.

Und wir alle wissen, dass das nicht nur unnötig sondern auch ausgesprochen ungesund ist. Aus optischen und gesundheitlichen Erwägungen möchten die meisten Menschen gerne abnehmen und gemeint ist damit im Prinzip natürlich immer das Fett.

Körperfett

Der optimale Anteil an Körperfett ist von Person zu Person verschieden. Verschiedene Faktoren wie das Geschlecht, das Alter und die Genetik haben hier ihren Einfluss.

Allerdings gilt für alle das Gleiche. Ist der Anteil an Körperfett zu hoch dann wird es ungesund: die Blutwerte verändern sich negativ, der Blutdruck steigt und gefährliche Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Diabetes und Krebs werden begünstigt.

Gefährlich ist vor allen Dingen das viszerale Fettgewebe und damit ist der ‘Bauchspeck’ gemeint.

Es gibt aber auch das plurivakuoläre Fettgewebe oder das sogenannte ‘Braune Fett’ und dem möchten wir jetzt ein wenig Aufmerksamkeit schenken.

Das braune Körperfett

Seinen Namen erhält das Fettgewebe durch die zahlreichen Mitochondrien, die es durchdringen. Mitochondrien, einfach dargestellt, sind Brennöfchen, die Fett verbrennen.

Sie geben diesem Gewebe auch die bräunliche Farbe wenn man es unter dem Mikroskop betrachtet. Außerdem ist das braune Fett extrem gut durchblutet und auch das verändert die Farbe natürlich.

Das plurovakuoläre Fettgewebe besteht also aus Zellen die im Stande sind aus den Fettsäuren Wärme zu produzieren. Und immer da wo Energie verbraucht wird, schmilzt Fett.

Das bedeutet im Klartext: Anders als beim weißen Körperfett unterstützt uns das braune Körperfett aktiv beim Abnehmen.

Der Grund dafür ist einfach. Das braune Körperfett hat eine ganz andere Funktion für den Körper als das weiße Fett.

Das weiße Fett speichert Energie. Das braune Fett jedoch verbrennt diese Energie um Wärme zu erzeugen und um die Körpertemperatur stabil zu halten.

Man könnte also sagen man braucht Fett, um Fett abzubauen.

Wo befindet sich das braune Fett?

Zu finden ist das braune Fett an Stellen des Körpers, die man wahrscheinlich gar nicht vermutet hätte. Beispielsweise am Hals und Nacken und an der Wirbelsäule sowie am Schlüsselbein. Es ist oberhalb der Nieren und in der Nähe der Hauptschlagader zu finden.

Alle Säugetiere (Schweine ausgenommen) werden mit dem braunen Fett geboren. Es soll helfen die Körpertemperatur von neugeborenen Lebewesen warm und stabil zu halten. Sie besitzen einfach zu wenig Muskulatur um durch Zittern Wärme erzeugen zu können. Im Laufe unseres Lebens verlieren wir das braune Körperfett nach und nach.

Wie lasse ich das braune Körperfett für mich arbeiten?

Das braune Fett ist sozusagen verantwortlich für unsere persönliche Heizungsanlage. Das bedeutet: dieses Fett wird durch Kälte aktiviert.

Tests haben eindeutig erwiesen, dass Menschen, die über einen längeren Zeitraum nachts kalt schlafen wesentlich mehr braunes Fett besitzen als die kuscheligen Warmschläfer.

Außerdem stieg in der ‘kühleren Testgruppe’ der individuelle Energieverbrauch. Innerhalb der relativ kurzen Studiendauer von 6 Wochen verloren die Probanden 5 % ihres Körperfettes sozusagen im Schlaf.

Kann man braunes Fett nachwachsen lassen?

Im Körper erwachsener Menschen befinden sich in aller Regel nur noch sehr wenige Gramm dieses tollen Fettgewebes.

Die Forschung und die Wissenschaft sind allerdings, aus verständlichen Gründen, sehr daran interessiert herauszufinden ob und wie man die braunen Zellen wieder nachwachsen lassen kann. Und hier kommt die gute Nachricht ja: es ist möglich.

Der Körper kann weißes Fett in braunes Fett umwandeln wenn wir frieren. Bei einem niederländischen Versuch wurde der Anteil an braunem Körperfett verdoppelt wenn der Proband tüchtig bei etwa 16° über mehrere Stunden hinweg gefroren hatte.

Ist das braune Körperfett aktiv so verbrennen etwa nur 50 g davon bis zu 400 Kilo Kalorien pro Tag. Das bedeutet, dass auf ein Jahr umgerechnet, bis zu 16 Kilo weißes Fettgewebe durch das braune Fettgewebe verbrannt werden könnten.

Winzige Mengen dieses Gewebes können also schon viel Energie verbrennen. Forscher haben festgestellt, dass Schilddrüsenhormone einen positiven Einfluss auf die Bildung von braunem Körperfett haben.

Und genau an dieser Stelle wird bereits weiter geforscht denn es könnte sehr interessant sein auf diesem Weg ein neues Mittel gegen Adipositas zu finden und andere metabolische Erkrankungen wie Diabetes Typ 2.

Also: braunes Fett lässt sich mithilfe von Kälte aktivieren. Nach derzeitigem Erkenntnisstand kann man das Fettgewebe motivieren tätig zu werden, wenn man etwa 2 Stunden täglich bei 17 Grad oder weniger verbringt…und friert. In einem Versuch wurden 6 Stunden Frieren auf zehn Tage verteilt und hier konnte man einen signifikanten Anstieg des braunen Fettgewebes feststellen.

Tipps für den Alltag

Das klingt nun gerade nicht nach einer praktikablen oder einfachen Lösung wenn man ein paar Pfunde loswerden möchte. Aber hier kommt die gute Nachricht: man kann das braune Fettgewebe auch im Alltag überreden sich nützlich zu machen. Richtige Kälte und richtiges Frieren vervierfacht die Aktivität der braunen Fettzellen.

Ein erwachsener Mensch hat im Durchschnitt 150 g des dunklen Fetts eingelagert. Das sind ungefähr 0,2 % des Körpergewichts doch das genügt schon um etwa 200 kcal täglich zu verbrennen.

Also, wir alle haben es aber die meisten von uns nutzen es nicht, da generell immer weniger gefroren wird.

Es bedarf aber keiner Kälteschock-Kur um das Gewebe zu aktivieren.

Es geht immer um die Körpertemperatur nicht um die Außentemperatur. Das bedeutet wenn man also bei etwa 20° im Sommer in Badesachen herum läuft, dann wird einem auch schnell kalt werden und das ist der Moment, wo das Fettgewebe tatsächlich schon beginnt, in geringerem Umfang, seine Arbeit zu tun. Das braune Fettgewebe wird angeschaltet um die Körpertemperatur anzupassen und verbrennt Fett um Wärme zu generieren. Wiederholt man den Vorgang, so kann das braune Fettgewebe tatsächlich sogar zum Wachsen animiert werden.

Die Wissenschaft hat noch nicht alles über das braune Fettgewebe erforscht. Gegenwärtig geht man jedoch davon aus, dass es hilft wenn man im Winter Räume nicht überheizt, mit offenem Fenster schläft und sich ab und an einen kühlen Spaziergang gönnt, bei dem man nicht gekleidet ist wie zu einer Polarexpedition.

In Studien reichten weniger als 30 Minuten in einer kühleren Umgebung aus um das braune Fett zu stimulieren. Man kann den Körper sozusagen mit Temperaturen trainieren.

Wir wünschen euch weiterhin viele gute Trainings und viel Erfolg beim Erreichen eurer Ziele!

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