Ratgeber: Schluß mit Winterspeck

Unser Ratgeber zum richtigen Essen in der eisigen Jahreszeit.

Die richtige Ernährung im Winter unterscheidet sich grundsätzlich von der im Sommer. Das liegt daran, dass unser Stoffwechsel im Winter vollkommen anderes funktioniert.

Programmierung

Es liegt uns quasi in den Genen, dass wir im Winter beziehungsweise davor, wenn die Zeiten ‘schlechter’ werden, mehr essen wollen. Dies war für die Steinzeitmenschen überlebenswichtig.

Wie bei vielen Lebewesen ist der Körper darauf eingestellt leichter Fett anzusammeln, da Fett ein lebenswichtiger Energievorrat ist. Wie die Eichhörnchen sammeln wir also mehr Pfunde, obwohl wir die Ernährung eigentlich kaum geändert haben.

Laut einer Studie des “New England Journal of Medicine’ wiegen die Menschen durchschnittlich 0,5-2kg mehr, als noch zuvor im Sommer.

Die Gründe

Der sogenannte Winterspeck resultiert auch aus einer reduzierteren Bewegung im Winter. Die Tage sind kurz, die Möglichkeiten eingeschränkt.

Traditionell wird nun auf das ‘gemütliche, deftige Essen’ mehr Wert gelegt. Und im Anschluß gehts ab aufs Sofa. Oder man verweilt gemütlich in der Küche und wird dabei, ganz nebenbei zum naschen verführt.

Die deftige Küche dauert länger in der Vorbereitung. Das bedeutet mehr Zeit in der Küche. Mehr Gelegenheit zu kosten und zu probieren und so, unwissentlich, ein deutliches Plus an Kalorien aufzunehmen.

Tatsächlich bleiben beim Kochen und Braten und Backen deutlich mehr Reste übrig als im Sommer. Und die wieder verführen uns öfter einen ‘kleinen Happen zwischendurch’ zu nehmen.

Zusätzlich ist jedoch tatsächlich auch der Appetit, aufgrund unserer Programmierung, höher. Es gibt einen “Winterappetit”, der uns dabei helfen soll, Fett einzulagern.

Wir Wohlstandsmenschen benötigen diese Depots zwar gar nicht aber unsere archaischen Verhaltensmuster sitzen tief.

Ergo futtern wir uns, unwissentlich, Pölsterchen an.

Der Winterappetit

Wir werden magisch angezogen von Zucker. Unser ‘Stoffwechsel’ im Winter steuert uns zielgerichtet darauf hin. Kein Wunder also, dass die Weihnachtsbäckerei ein unwiderstehliches Ereignis ist.

Dafür gibt es auch eine mögliche Erklärung. Der ‘Winter-Blues’: wir verfallen in eine antriebslose, trübselige Stimmung, die sich bei manchen zu einer regelrechten Winter-Depression auswächst. Unser Körper möchte frühzeitig dagegen wirken denn unser Gehirn benötigt Zucker um Serotonin, das Glücklich-Hormon, herstellen zu können.

Woher kommt der Winter-Blues?

Vitamin D wird über die Haut hergestellt, durch UVB Strahlung der Sonne, sehr vereinfacht gesprochen. Es entsteht also im Winter, bei vermehrten Aufenthalten ‘Indoors’, im Körper ein Vitamin- D- Mangel.

Bei Untersuchungen wurde festgestellt, dass Menschen, die dem Winter-Blues erlegen waren, einen ganz besonders niedrigen Vitamin- D- Spiegel hatten.

Wenn also das Serotonin absackt und das Vitamin D noch dazu, dann haben wir zumindest eine miese Stimmung.

Die Fettzunahme

Unser Körper hat natürlich total intelligente Strategien parat, wie man mit dem Serotoninmangel und der schwierigeren Gewinnung von Vitamin D umgehen kann.

Eine ist die helle Hautfarbe, die dabei hilft die wenigen Sonnenstrahlen besser absorbieren zu können.

Ausserdem ist das Vitamin D fettlöslich und kann in unseren Depots vorübergehend gespeichert werden. Darum ist der Körper, gerade im Winter, besonders an unseren Fettpölsterchen interessiert.

Aber jetzt wird’s interessant: Besonders im deftigen Essen ist Vitamin D versteckt.

Käsefondue, Gänsebraten, Kassler mit Sauerkraut und all die anderen Köstlichkeiten bieten Vitamin D und das zusätzliche Fett zum Einlagern.

Gepaart mit der Lust auf Süßes, um Serotonin herstellen zu können, dem Bewegungsmangel und dem Winterstoffwechsel wird klar, warum wir Winterspeck bekommen.

Dagegen halten

Wenn wir uns darüber bewußt sind, was im Körper passiert und warum, können wir elegant dagegen halten. Tatsächlich brauchen wir den Winterspeck nicht, da wir nicht tagelang ohne Nahrung werden auskommen müssen.

Das bedeutet:

Sich mehr bewegen und an die frische Luft gehen ist “die Maßnahme” überhaupt. Die Wintersonne im Gesicht hilft schon beim Vitamin-Tanken und die Bewegung hilft das deftigere Essen abzubauen und Serotonin auszuschütten.

Zudem sollte man versuchen, die Küche etwas leichter zu gestalten. Jahreszeitliche und lokale Gemüse sind lecker und gesund und setzen nicht an, wenn man sie auch mal ‘nur’ dämpft.

Fleisch und Fisch darf mager sein. Wir brauchen das zusätzliche Fett nicht.

Die Nahrung sollte abwechslungsreich sein, damit der Stoffwechsel zu tun bekommt, und viele Vitamine enthalten.

Wichtig ist auch, den Zuckerkonsum im Blick zu haben.

Zucker ist lecker in einem Apfel oder einer Apfelsine, zusammen mit vielen Vitaminen on Top.

Faustregeln für die Ernährung im Winter

  • Trinken, trinken, trinken. Wasser hält den Stoffwechsel agil.
  • Fisch, Eier, Avocado und Pilze geben schnelles Vitamin-D
  • Täglich jahreszeitliches, lokales Obst&Gemüse, zB. Kohl und Rote Bete
  • Auf den ‘zusätzlichen’ Zucker achten
  • Fette im Fleisch und Fisch meiden
  • Nüsse sind voller Vitamine und ‘guter Fette’, daher kann man sie gut, maßvoll snacken
  • Bewegung an der frischen Luft einplanen
  • Fitness einplanen

Kommt gut durch den Winter!

Be FunctionFit.

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