Maiglöckchen: Giftige Heilerin

Unser Ratgeber über Maiglöckchen und ihre außergewöhnliche Kraft.

Wir alle lieben Maiglöckchen wegen ihrer zarten Schönheit. Wir freuen uns jedes Jahr, wenn sie überall erblühen denn sie lassen uns wissen: der Winter ist vorbei.

Sie sind Botschafterinnen des Frühlings und viele von uns lieben ihren Duft.

In unserem Laubwäldern wächst das Maiglöckchen teilweise in großen Blumenteppichen.

Ihr Duft ist so intensiv, dass er vielfach in berühmten Parfums wieder auftaucht wie bei Dior.

Heinrich Heine wusste schon, dass Maiglöckchen ‘das Eis des Winters und der Herzen brechen’.

Selbst Waschmittel oder Bodenreiniger werben mit ihrem Geruch. Raumsprays, Räucherstäbchen und Duftkerzen- alle nutzen den Hauch von Frühling.

Maiglöckchen können aber eine Menge mehr.

Sie werden in der Heilkunde und Medizin angewendet und das zu ganz unterschiedlichen Zwecken.

Selbst in früheren Zeiten war sie bekannt als Mittel gegen Ohnmachten und Schwächegefühle.

Maiglöckchen und ihr Gift

Viele von uns halten das Blümchen für eine harmlose Waldbewohnerin aber das ist sie ganz und gar nicht.

Maiglöckchen sind außerordentlich giftig.

Bei äußerlichem Kontakt kann man schon Hautreizungen erleiden.

Nimmt man sie aber zu sich kann man richtig krank werden- je nach Dosierung sogar sterben. Maiglöckchen wirken direkt auf das Herz und können einen Herzstillstand auslösen.

Sie ist eine Blume aus der Gattung der Lilien und wurde 2014 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.

Das Maiglöckchen ist insgesamt sehr giftig und zwar in allen ihren Teilen. Besonders giftig aber sind ihre Früchte und die Blüten.

Maiglöckchen in der Medizin

Schon in alten Zeiten war die Wirkung der Maiglöckchen weit bekannt und aus ihnen wurden Heilmittel hergestellt.

Maiglöckchen waren ein Bestandteil von Schnupftabak und wurden zur Vorbeugung oder Nachbehandlung bei Schlaganfällen genutzt.

In der Antike wurde bereits damit gearbeitet und in alten Kräuterbüchern aus dem 15. Jahrhundert werden sie bereits genannt.

Ihre Giftigkeit war auch damals bekannt aber genau diese Wirkstoffe können- richtig dosiert eingesetzt- heilen und lindern.

Das Maiglöckchen ist eine wertvolle Heilpflanze die, richtig eingesetzt, eine positive Wirkung auf verschiedene Herzerkrankungen hat.

Hieronymus Bosch rät die Meyenblumen bei Fallsucht, der damalige Begriff von Epilepsie, bei Schwindel, Augenleiden und Herzbeschwerden einzusetzen. Denn tatsächlich genau hier wirkt das Gift der Maiglöckchen.

Andere alte Bücher beschreiben ihre Wirkung auch bei Ohnmacht, Gicht, Geschwüren und vielen weiteren Erkrankungen.

Im 19. Jahrhundert dann eroberte sich das Maiglöckchen einen festen Platz in der Schulmedizin für seine herzstärkende Wirkung. Dort wurde es neben dem Fingerhut (Digitalis) genannt.

Digitalis ist noch deutlich giftiger als das Maiglöckchen.

Heutzutage wird dringend davor gewarnt Elixiere oder andere eigentherapeutische Mittel aus den Maiglöckchen herzustellen.

Im Gegenteil: Bei Kontakt sollte man sofort den Notarzt holen.

Um Arzneimittel herzustellen werden die Blätter, Stängel und Blüten verarbeitet da sie in dieser Zeit am giftigsten sind.

Ihre Bestandteile werden getrocknet und dann zu Pulver, Dragees, Tabletten oder Tropfen verarbeitet.

Präparate mit dem Wirkstoff der Maiglöckchen sind ausnahmslos verschreibungspflichtig.

Maiglöckchenpräparate können das Herz stärken und werden auch bei herzbedingtem Asthma eingesetzt.

Allerdings sollte man solche Präparate nur unter ärztlicher Aufsicht zu sich nehmen da eine falsche Dosierung zu Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall zu einem tödlichen Kammerflimmern führen könnte.

Tatsächlich finden sich im Internet Artikel darüber, wie man aus Maiglöckchen selbst Medikamente herstellen kann.

Es gibt Anleitungen wo man sie finden kann und ernten kann. Allerdings ist dies tatsächlich verboten. Das Maiglöckchen ist eine vom Aussterben bedrohte Art und steht unter Naturschutz. Sie darf in der freien Natur weder gepflückt noch ausgegraben werden.

In Gärtnereien bekommt man Maiglöckchen aus Zuchtformen. Diese sind weit weniger giftig aber mindestens genauso hübsch.

Übrigens: Maiglöckchen in einer Vase halten sich sehr, sehr lange aber man muss täglich ihr Wasser wechseln. Ist der Strauß verblüht, so ist die Giftigkeit der Maiglöckchen in das Blumenwasser über gegangen und sollte zügig weg geschüttet werden.

Beim Pflücken von Maiglöckchen, im eigenen Garten, sollte man sich Handschuhe anziehen oder hinterher die Hände gründlich waschen.

Kleinen Kindern sollte man verbieten die Blümchen zu berühren, da sie viel empfindlicher auf die Toxine reagieren.

Aber keine Angst vor den Maiglöckchen. Man sollte sie im Wald stehen lassen und sich an ihrer zarten Schönheit erfreuen.

Im eigenen Garten kann man sie gefahrlos ernten und ihren Duft im Zimmer genießen.

Auch wenn man im Blumenladen ein Sträußchen kauft, so sind dies die weniger oder gar nicht giftigen Varianten. Am besten fragt man einmal kurz die Verkäuferin.

Wir wünschen dir viel Freude mit den Maiglöckchen. Solange man nicht mit ihnen herum experimentiert, kann man sich einfach nur an ihrer Schönheit und an ihrem Duft erfreuen.

Be FunctionFit!

2 thoughts on “Maiglöckchen: Giftige Heilerin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.