Wie gut sind Fertiggerichte?

Wir werfen eine Blick auf die industrielle Küche.

Das sogenannte Convenience Food verspricht uns im Prinzip den kulinarischen Himmel auf Erden. Wir müssen nichts abwaschen oder schälen, klein schneiden und braten. Es entsteht kein Dreck in der Küche, kein Abwasch und Ruckzuck steht eine wunderbare heiße Mahlzeit auf dem Tisch. Inzwischen bekommen wir schon alles nur Vorstellbare verpackt. Der Salat aus der Tüte, die komplette Mahlzeit in der Aluschale und die Suppe zum Anrühren. Die Auswahl ist riesengroß.

Tatsächlich ist es so, dass bereits zwei Drittel unserer Lebensmittel industriell verarbeitet sind. Und die Tendenz steigt. Wie gesund kann das sein?

Das Problem der ewigen Gleichheit

Wir sind verwöhnt. Wir erwarten, dass unsere Lieblingspizza oder unsere Lieblingslasagne immer gleich schmeckt. Und zwar ganz egal ob wir sie in Hamburg oder in München gekauft haben.

Um dieses kleine Kunststück hin zu bekommen arbeiten ganze Scharen von Food Designern an den Produkten. Da die Natur launisch ist und manchmal Produkte leicht unterschiedlich schmecken, würde dies der verwöhnte Kunde sofort ablehnen.

Also werden wahrhaftig regelrecht geheime Rezepturen zusammengestellt damit die Produkte immer und überall vollkommen gleich schmecken.

Das bedeutet, es wird mit Geschmacksverstärkern gearbeitet: Künstliche Aromen, die uns vorgaukeln dass etwas schmeckt wie es schmeckt. Tatsächlich würden viele Produkte, beim Vorgang des Einfrierens, zunächst einmal viele ihrer Geschmacksstoffe einbüßen.

Dabei sind diese Aromen teilweise so perfekt, dass sie noch einen ganz anderen Effekt hervorrufen. Kinder, die industriell hergestellte Lebensmittel bekommen in denen Frucht enthalten sein soll, essen in Wahrheit sehr wenig Fruchtiges aber viel, viel Zucker. Diese Kinder werden später eine echte Erdbeere als nicht süß genug empfinden und im schlimmsten Fall sogar ablehnen. Fertiggerichte konditionieren unseren Gaumen.

Wie ungesund sind Fertiggerichte?

Diese Frage kann man so pauschal überhaupt nicht beantworten. Denn das Problem liegt wesentlich tiefer begraben. Gegen Tiefkühlgemüse, dem weiter nichts hinzugefügt wurde, ist überhaupt nichts einzuwenden da es erntefrisch eingefroren wird und somit alle Vitamine und Mineralien behält.

Findet sich das selbe Gemüse aber in einem kompletten Reisgericht, als Beispiel wieder, dann ist es schon wieder eine vollkommen andere Sache.

Je stärker ein Lebensmittel verändert und verarbeitet wurde desto mehr Zusatz-und -Aromastoffe sind enthalten. Und die bergen natürlich gewisse Problematiken.

Zusatzstoffe

Die Industrie setzt auf Geschmacksverstärker und Aromen. Der Verbraucher wünscht, dass die Tiefkühlpizza besonders kräftig und aromatisch schmeckt und vielleicht sogar ganz besonders tomatig. Dass der Geschmack von reifen Tomaten, nicht von Tomaten selbst kommt ist eigentlich vollkommen klar.

Den Geschmacksdesignern ist es gelungen, teilweise perfekter als die Natur selbst zu sein. Denn der intensive Brokkoli Geschmack in einer Broccoli Tütensuppe kommt selbstverständlich auch nicht von dem Gemüse.

Zudem werden wir dahin erzogen, dass wir Gerichte mögen lernen, in denen zu viel Fett, zu viel Salz und zu viel Zucker enthalten ist. Mal abgesehen davon, dass Fertiggerichte unglaublich praktisch sind, werden wir selbst gekochtes Essen am Ende auch noch fade finden und lieber wieder ein fertiges Menü kaufen.

Und genau dieses, wird die Industrie immer wieder vorgeworfen, dass wir regelrecht dahin erzogen werden, lieber fertige Gerichte zu kaufen als selbst frisch und organisch zu kochen.

Umdenken

Es spricht überhaupt nichts dagegen, sich auch einmal mit einem industriell hergestellten Essen weiter zu helfen. Dennoch sollte man niemals aus dem Blick verlieren, dass viele Speisen, aus unverarbeiteten Lebensmitteln, so schnell und so einfach herzustellen sind. Kochen kann sehr schnell gehen und sehr einfach sein.

Dreht man die Packung eines Fertiggerichtes einmal um, dann wird man überhaupt nicht mehr erkennen können, was man eigentlich zu sich nimmt. Es liest sich eher wie eine chemische Gleichung.

Im Prinzip, vereinfacht gesagt, ist es das auch. Hinter all den Kürzeln verstecken sich künstliche Aromen, Stoffe, die haltbar machen und der Rest ist wahrscheinlich Salz und Zucker, in anderen Worten ausgedrückt. Viele Gerichte wurden nicht schonend gegart und man kann davon ausgehen, dass alle wertvollen Vitamine, Spurenelemente, Ballaststoffe und Mineralien schlichtweg nicht mehr vorhanden sind. Das bedeutet wir nehmen relativ leere Kalorien zu uns.

Lokal und jahreszeitlich ist angesagt

Nehmen wir das Beispiel des abgepackten Salats.

Dieser Salat kommt möglicherweise aus einem weit entfernten Land. Das bedeutet, er ist möglicherweise voller Pestizide und anderer Stoffen, die ihn lange haltbar machen, damit er die weite Reise überhaupt übersteht und immer noch knackig in seiner Plastikhaut im Regal liegt.

Wählt man nun den Salat vom örtlichen Bauern, so kann man davon ausgehen, dass der Salat möglicherweise Dünger abbekommen hat, dass er aber ansonsten deutlich weniger schadstoffbelastet ist.

Viele Bauernhöfe bieten im Direktverkauf Waren an, die einen hohen Bio Standard haben. Diese finden teilweise dann auch ihren Weg in den Supermarkt.

Der „Jahreszeitliche Einkauf“ ist eigentlich eine tolle und einfache Sache. Es bedeutet im Januar auf die Erdbeeren, zum Beispiel aus Peru, zu verzichten, denn die wurden natürlich für ihre lange Reise auch besonders präpariert. Die Erdbeeren bekommt man am allerbesten wenn Erdbeerzeit ist, direkt vor der Haustüre.

Der Mix macht’s

Es gibt Firmen, die stellen industrielles Essen her, nach hohen Standards, und es lohnt sich das einmal genau zu recherchieren. Dennoch wird ein industrielles Essen nicht im Stande sein alle wertvollen Inhalte eines selbst hergestellten Essens mit zu geben.

Wie immer, sollte der Endverbraucher kritisch sein und einfach einmal genau hingucken was auf den Tisch kommt, woher und wie oft.

Mal ganz abgesehen davon, dass wir Unmengen an Plastikmüll vermeiden könnten, wäre den örtlichen Betrieben auch sehr geholfen, wenn man dem Einkauf lokale Produkte beigefügt.

In diesem Sinne: Augen auf, kritisch bleiben!!

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